2008/141
Postulat von Roger Liebi (SVP) und Mauro Tuena (SVP) vom 26.3.2008:
Hallenstadion, Alternativen für Sportvereine
Von Roger Liebi (SVP) und Mauro Tuena (SVP) ist am 26.3.2008 folgendes Postulat eingereicht worden:
Der Stadtrat wird gebeten zu prüfen, wie schnellstmöglich, zusammen mit Privaten und den betroffenen Sportvereinen (FC Zürich, Grasshopper Club Zürich, ZSC Lions) bzw. deren für den Profisport verantwortlichen Organisationen, Alternativen für deren Spielstadien erarbeitet werden können. Die Mitarbeit der Stadt Zürich soll sich insbesondere auf die infrastrukturellen Voraussetzungen und weniger auf den Bau und Betrieb der Spielstätten beschränken.
Begründung:
In der Abstimmungszeitung zur Abstimmung vom 18.5.2003 über die Sanierung und die Erneuerung des Zürcher Hallenstadions mit damals budgetierten Kosten von über CHF 140 Mio. wurde insbesondere auf die Wichtigkeit der Massnahmen für den ZSC hingewiesen. Bereits im Vorfeld geäusserte Einwände privater und politischer Parteien, die befürchteten, dass der Sport im Hallenstadion nur noch eine untergeordnete Bedeutung hätte, wurden mit dem Hinweis zerstreut, dass der Anteil des Sports von damals 40% nur „etwas" sinken würde, allerdings inklusive neuer Grossveranstaltungen.
Besonders erwähnt wurde der Umstand, dass das Hallenstadion Spielstätte des ZSC bleiben soll.
Die Belegungssituation des Hallenstadions wird für einen Profisportverein wie den ZSC immer unhaltbarer. Diese hat Auswirkungen auf Spielplan, Ruhepausen, sinkende Zuschauerzahlen (teilweise 3-4 Heimspiele innerhalb einer einzigen Woche). Der Stadtrat versprach mehrfach Besserung, namentlich auch anlässlich des Stadt- und Gemeinderatswahlkampfes 2006. Die Situation hat sich seither aber gar verschlechtert und könnte sogar darin gipfeln, dass eine Schweizer Profi-Eishockeymannschaft die wichtigsten Spiele einer Saison, nämlich die Playofffinals, nicht im eigenen Stadion austragen könnte, weil eine grosse Versicherung ihre Generalversammlung im Hallenstadion abhält.
Dass das Verhältnis Hallenstadion/ZSC allerhöchstens einer etwas einseitig gehaltenen Zweckgemeinschaft gleicht, bestätigte der Stadtrat bereits am 21.7.1999 in einer Antwort auf eine Interpellation Vohdin (Belegungssituation), in der er schrieb: „Im Vordergrund für diesen Entscheid (betreffend Bevorzugung eines Riverdance-Gastspiels gegenüber ZSC) standen die wirtschaftlichen Interessen der AG Hallenstadion..". In derselben Interpellationsantwort aus dem Jahre 1999 hielt der Stadtrat fest: „Weder die derzeit offenbar praktizierte Kommunikation über die Medien noch politischer Druck werden Lösungen bringen". Die seither vom Stadtrat erarbeiteten sogenannten Lösungen erscheinen aber unter den genannten Umständen als absolut ungenügend.
Es liegt den Postulanten nicht daran, die Wirtschaftlichkeit der Hallenstadion AG zu schwächen, weshalb dringend eine neue, eigenständige Hallenlösung für den Profibetrieb der ZSC Lions zu suchen ist.
Mit erheblichen Problemen sind auch die beiden Fussballklubs Grasshopper Zürich und FC Zürich belastet, erweist sich doch das Stadion Letzigrund in der Tat als Provisorium und mitnichten geeignet für Fussballspiele. Die Zuschauerzahlen sind nicht nur der Leistung wegen rückläufig, sondern hängen in starkem Ausmasse mit der unkomfortablen Ausstattung (keine Innenrestaurants, extrem zügig, weit entfernt vom Spielgeschehen, fehlende Atmosphäre, etc.) ab. Zudem entsprechen die sanitären Installationen offenbar nicht vollständig den Anforderungen professioneller Fussballklubs.
Die vom Stadtrat im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen vielfältig geäusserte positive Wirkung auf die Standortqualität und insbesondere das Prestige der Stadt Zürich leidet unter diesen für die beiden Sportarten ungenügenden Stadien beträchtlich. Mittlerweile haben gar St. Gallen und Biel wesentlich realitätsnahere Projekte fertig gestellt oder in Planung.
2008/141
Postulat von Roger Liebi (SVP) und Mauro Tuena (SVP) vom 26.3.2008:
Hallenstadion, Alternativen für Sportvereine
Gemäss schriftlicher Mitteilung ist der Vorsteher des Schul- und Sportdepartementes namens des Stadtrates bereit das Postulat zur Prüfung entgegenzunehmen (vergleiche Protokoll-Nr. 2867/2008).
Es wird weder ein Ablehnungs- noch ein Textänderungsantrag gestellt.
Damit ist das Postulat dem Stadtrat zur Prüfung überwiesen.
Mitteilung an den Stadtrat.