2008/479
Schriftliche Anfrage von Marianne Spieler Frauenfelder (SP) vom 22.10.2008:
Sanierung der Kilchbergstrasse, Verwendung ausländischer Steine
Von Marianne Spieler Frauenfelder (SP) ist am 22. Oktober 2008 folgende Schriftliche Anfrage eingereicht worden:
Trotz heftiger Kritik im Fall der Neugestaltung des Limmatquais wurden erneut chinesische/vietnamesische Steine bei der Sanierung der Kilchbergstrasse eingebaut. Rein ökonomische Kriterien scheinen einmal mehr im Vordergrund zu stehen.
Der Legislaturschwerpunkt 4 „Nachhaltige Stadt Zürich - auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft" hat neben ökonomischen Anforderungen auch weitere Themen: Nachhaltiges Bewirtschaften (Thema 4) und Ressourceneffizienter Baustoffeinsatz (Thema 7). Diese beiden Themen werden klar und in gröbster Weise verletzt durch den Einsatz chinesischer und vietnamesischer Steine mit der Inkaufnahme langer Transportwege und fragwürdiger Produktionsmethoden. Der CO-2-Ausstoss für den Transport ist unbestreitbar weit höher als beim Einsatz einheimischer Produkte, und der soziale Aspekt wird gänzlich ausser Acht gelassen, wenn wir um die menschenverachtenden Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern wissen.
Schweizer Produkte wie Granit und Gneis prägen unseren Strassenraum seit Jahrhunderten und sollen dies weiterhin tun, und der Beitrag an unsere Schweizer Wirtschaft (das Tessin und Graubünden als Steinlieferanten seit Urzeiten gehören auch zur Schweiz...) und die Sicherung von Arbeitsplätzen sind damit ebenfalls gewährleistet.
In diesem Zusammenhang bitte ich den Stadtrat um die Beantwortung folgender Fragen:
- Was waren die ausschlaggebenden Überlegungen, erneut chinesische bzw. vietnamesische Steine bei der Sanierung der Kilchbergstrasse zu verwenden?
- Warum wurden keine Steine schweizerischer Herkunft wie Granit und Gneis verwendet?
- Ab wann kann mit einer konkreten und verbindlichen neuen Strategie beim Einkauf von Pflastersteinen und Wassersteinen etc. für den Strassen- und Platzbau und entsprechenden Auflagen und Bedingungen in den Ausschreibungen für entsprechende Arbeiten (Submissionen und Eigenbedarf der Werkhöfe) gerechnet werden? Ist bereits ein sofortiger Stopp des Einkaufs ungeeigneter Steine angeordnet worden?
- Wie werden allgemeine klare soziale (keine Kinderarbeit, gerechte Entlohnung, Einhaltung von Sicherheitsstandards etc.) und ökologische Standards (Nachweis von FSC-Label bzw. Xertifix - oder vergleichbar zertifizierter Herstellung, geeigneter Transport, etc.) bei der Beschaffung und Verarbeitung von Bau- und Möbel-Rohstoffen aus dem Ausland, insbesondere aus Entwicklungs- und Schwellenländern, formuliert, umgesetzt und auch durchgesetzt und auf die Einhaltung hin geprüft?
- Der Stadtrat wird um eine Stellungnahme und Begründung zum Fall Kilchbergstrasse gebeten sowie um eine weitere Begründung, weshalb aus dem Fall Limmatquai keine Konsequenzen gezogen worden sind.
Mitteilung an den Stadtrat
2008/479
Schriftliche Anfrage von Marianne Spieler Frauenfelder (SP) vom 22.10.2008:
Sanierung der Kilchbergstrasse, Verwendung ausländischer Steine
Der Stadtrat beantwortet die Schriftliche Anfrage (STRB 126 vom 28. Januar 2009).