Gemeinderat der Stadt Zürich

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Winterdienst der Stadt Zürich, Strategie und Kostenfolgen

GR Nummer 2012/50
Geschäftsart Schriftliche Anfrage

Aktueller Stand

Zuständiges Departement Tiefbau- und Entsorgungsdepartement (TED)

Ablaufschritte

DatumDetails
14.03.2012Kenntnisnahme

2012/50

Dringliche Schriftliche Anfrage von Ursula Uttinger (FDP), Alexander Jäger (FDP) und 38 Mitunterzeichnenden vom 01.02.2012:

Winterdienst der Stadt Zürich, Strategie und Kostenfolgen

 

Der Stadtrat beantwortet die Dringliche Schriftliche Anfrage (STRB 237 vom 29. Februar 2012).

Beschlussnummer: 2463
29.02.2012Stadtrat, Antwort Dokumente: 2012_0050.pdf (86 KB)
01.02.2012Eingang, Frist 1 Monat

2012/50

Dringliche Schriftliche Anfrage von Ursula Uttinger (FDP), Alexander Jäger (FDP) und 38 Mitunterzeichnenden vom 01.02.2012:

Winterdienst der Stadt Zürich, Strategie und Kostenfolgen

 

Von Ursula Uttinger (FDP), Alexander Jäger (FDP) und 38 Mitunterzeichnenden ist am 1. Februar 2012 folgende Dringliche Schriftliche Anfrage eingereicht worden:

 

Am 14. Dezember 2011 kündete der Stadtrat, einen "zweckdienlichen" Winterdienst auf die Saison 2011/12 an, und begründete dies mit der Erkenntnis: "Um die Sicherheit und Mobilität in der Stadt zu gewährleisten, ist keine stadtweite Schwarzräumung notwendig. Es zeigte sich, dass ERZ auch mit einer sogenannten verzögerten Schwarzräumung, angepassten Einsatzzeiten und einem geringeren Einsatz von Salz den Winterdienst sicherstellen kann. Und weiter: "Wo möglich wird aber neu vermehrt lediglich gepflügt. Salz kommt nur noch bei drohender Schnee- und Eisglätte zum Einsatz.“ Am Sonntag 18. Dezember war es wieder soweit. Der erste Schnee in der Stadt Zürich fiel. Bereits am Morgen um 6 Uhr fuhren die Mannen vom ERZ mit den Pflügen und Salzstreuern durch die Stadt. Weil der Boden noch warm war, war am Mittag der ganze Schnee wieder geschmolzen. Das wäre auch ohne Salz geschehen. Dasselbe spielte sich am 20./21. Dezember ab: Tag und Nacht wurde – auch in der Ebene (Aussersihl) - jede Quartierstrasse gesalzen. Und dies bei Plustemperaturen und prognostiziertem Temperaturanstieg! Eine Woche nach Ankündigung der Praxisänderung tut die Stadt genau das Gegenteil. Es scheint, als ob die Stadt Zürich nicht gerade sparsam mit der Ressource Salz umgeht.

Dass im Bereich von ÖV Haltestellen geräumt und Eisglätte bekämpft wird, ist selbstverständlich in Ordnung. Auf Trottoirs ist die Praxis in weiten Teilen Europas, Sand anstelle von Salz einzusetzen. Eine generelle Schwarzräumung, so wie es in der Stadt Zürich den Anschein macht, ist nicht sinnvoll und spiegelt den Verkehrsteilnehmern eine falsche Sicherheit vor. Denn im Winter ist es auch mit Salz gefährlich auf den Strassen und Trottoirs. Deutsche Städte und Österreichische kennen beispielsweise ein weitgehendes Salzverbot abseits der Hauptverkehrsachsen.

 

Der Stadtrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

  1. Wie viel Salz wurde in den Jahren 2007/08, 2008/09, 2009/10 und 2010/11 gestreut und wie viel in den Jahren 1987/88, 1988/89, 1989/90 und 1990/91? Bitte um Angabe der Kosten und der Tonnen.
  2. Wie viele Jungbäume sterben jährlich den Salztod und müssen ersetzt werden? Welche Kosten (Vollkosten) sind damit verbunden?
  3. Wie hoch schätzt die Stadt die jährlichen Reparatur- und Erneuerungskosten an der gesamten Verkehrsinfrastruktur, welche ihre Streusalzeinsätze durch Korrosion verursacht?
  4. Kann der Stadtrat eine Vollkostenrechnung für den Winterdienst 2010/11 (unter Einbezug der unter 4. genannten Reparatur- und Erneuerungskosten) erstellen?
  5. Inwieweit bezieht die Stadt Zürich internationale Erfahrungswerte in ihre Winterdienst-Strategie mit ein, und falls ja, auf welche Kosten/Nutzen Studien stützt sie diese ab?
  6. Der Stadtrat hält fest, dass der Winterdienst "auch mit einer sogenannten verzögerten Schwarzräumung, angepassten Einsatzzeiten und einem geringeren Einsatz gewährleistet werden kann." Kann er diese Massnahmen konkretisieren, und präzisieren, welche Strassen diese Massnahmen betreffen und welche nicht?
  7. Welche Überlegungen hindern den Stadtrat, auf Trottoirs gegen Schneeglätte Splitt oder Ziegel-schrot und gegen Eisglätte Sand oder aber chloridfreie Salze (z.B Kaliumcarbonat) einzusetzen, um die Alleebäume nicht zu schädigen?
  8. Wie sieht er die Alternative Kaliumcarbonat für die Fahrbahn bei Baumalleen, z.B. der Bahnhofs-trasse, wie es etwa die Stadt Wien praktiziert?
  9. Das Versprühen von Salzsole anstelle des trockenen Salzstreuens ist seit 30 Jahren Stand der Technik. Weshalb entspricht die Winterdienstflotte der Stadt Zürich dieser Technik nicht, und wann wird dies der Fall sein?
  10. Inwieweit nimmt der Stadtrat die Erfahrungen aus anderen Ländern – z.B. der Nachbarländer Deutschland, Österreich, Slowakei, und anderseits der USA – die alle ein weniger aggressives Salzregime betreiben, zur Kenntnis und ist er bereit, sie in seine Winterdienst-Politik einzubeziehen?
  11. Wie viele Haftungsfälle nach Unfällen infolge ungenügenden Salzens gab es in den vergangenen zehn Jahren und wie hoch waren die für die Stadt daraus resultierenden jährlichen Kosten?
  12. Wie interpretiert der Stadtrat die Strassenunfallstatistik 2010 im Lichte der aus Sicherheitsgründen praktizierten Schwarzräumung?

 

Mitteilung an den Stadtrat

Dokumente: 2012_0050.pdf (217 KB)
Beschlussnummer: 2293

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