Gemeinderat der Stadt Zürich

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Ablaufschritte

DatumDetails
04.03.2015Erklärung

2015/53

Erklärung der SP-Fraktion vom 04.03.2015:

Städtisches Pilotprojekt mit gebundenen Tagesschulen


Namens der SP-Fraktion verliest Hans Urs von Matt (SP) folgende Fraktionserklärung:

 

Zürich ist auf dem Weg zu flächendeckenden Tagesschulen

 

Die SP-Fraktion freut sich, dass das Pilotprojekt „Tagesschule 2025“ gestartet wird – sofern der Gemeinderat der Weisung 2014/259 zustimmt. Die SP setzt sich seit langer Zeit für qualitativ hochwertige Tagesstrukturen an der Volksschule ein. Das vorliegende Projekt ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Der Weg bis zu einem flächendeckenden Angebot an Tagesstrukturen ist aber noch lang und steinig.

Ein gutes Bildungs- und Betreuungsangebot wirkt sich nachweislich positiv auf die Sozialisation, die Integration und die Chancengleichheit der Kinder in der Schule und später im Erwerbsleben aus. Der Unterricht und die Betreuung finden unter einem Dach statt und ergänzen sich gegenseitig. Unterricht, Betreuung, Spiel, Erholung sowie Aufgabenhilfe gehören zum normalen Schulangebot und sollen pro Schuleinheit organisiert werden. Auch wenn das vorliegende Modell keine Tagesschule im umfassenden Sinn darstellt – denn es orientiert sich an einer Erwerbsquote von rund 140% pro Elternpaar – ist es doch ein wichtiger Schritt zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die SP unterstützt das vorliegende Pilotprojekt.

 

Folgende drei Aspekte sind für uns bei einer Tagesschule zentral:

1.    Zugänglichkeit

Die Tagesschule ist die Weiterentwicklung der Volksschule und soll allen Bevölkerungsschichten zugänglich sein. Im konkreten Fall befürchten wir, dass Eltern mit einem tiefen Einkommen aus ökonomischen Überlegungen ihre Kinder abmelden werden, weil der Tarif für den Mittag zu hoch ist. Dies wollen wir vermeiden, weil es dem Grundgedanken des Projekts widerspricht.

2.    Akzeptanz

Mit dem vorliegenden Pilotprojekt soll aufgezeigt werden, dass die Tagesschule ein Gewinn für alle wird. Die Erfahrungen sollen die Akzeptanz bei den Eltern, dem Betreuungs- und Lehrpersonal wie auch der breiten Öffentlichkeit stärken. Dazu braucht es unter anderem die schon erwähnte Zugänglichkeit für alle, aber auch den Einsatz und Gestaltungswillen der Schulbehörden und des Personals. Dem Lehr-, Betreuungs- und Hausdienst-Personal wird ein grosses Mass an Flexibilität und Veränderungsbereitschaft abverlangt. Lehrpersonen werden Betreuungsaufgaben und umgekehrt Betreuungspersonen Bildungsaufgaben (z. B. Aufgabenhilfe) übernehmen. Für die SP ist es wichtig, dass in Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen entsprechenden Weiterbildungs- und Qualifikationsangebote geschaffen werden.

3.    Qualität

Für die SP ist klar: Nur gut ausgebildetes, motiviertes und entsprechend bezahltes Personal kann die geforderte Qualität des Unterrichts und Betreuung garantieren. Ebenso wichtig für eine gute Tageschule sind die räumlichen Bedingungen. Eine Tageschule darf nicht zu einer „Kinderaufbewahrungsstätte“ verkommen. Die SP verlangt daher eine aktive und vorausschauende Schulraumplanung. Dass Neubauten zwingend tagesschulgerecht gebaut werden, ist für uns selbstverständlich. Die Herausforderung liegt aber bei den bestehenden Schulbauten, welche zum Teil mehr als 100 Jahre alt sind und oft auch noch unter Denkmalschutz stehen. Hier ist eine Kompromissbereitschaft aller beteiligten zum Wohl der Schulkinder gefordert.

 

In den Volksschulen der Stadt Zürich sollen Unterricht und Betreuung noch stärker zusammenwachsen. Das heisst, dass in den schulergänzenden Tagesstrukturen nicht „nur“ betreut, sondern auch gefördert wird. Mit geeigneten Massnahmen können diese anerkannten pädagogischen Vorteile in den Tageschluen erreicht werden. Das Pilotprojekt soll die Möglichkeit schaffen, diese Vorteile auch konkret aufzuzeigen und auszuprobieren.

Endlich geht es los - wir freuen uns auf den Pilotversuch!

Dokumente: 2015_0053.pdf (73 KB)
Beschlussnummer: 742

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