Gemeinderat der Stadt Zürich

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Anonyme Erfassung der Merkmale Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung in Befragungen, bei denen diese Merkmale mutmasslich von Relevanz sind

GR Nummer 2014/44
Geschäftsart Postulat
Eingereicht durch

Aktueller Stand

Pendent bei
Stadtrat
Zuständiges Departement Präsidialdepartement (PRD)

Ablaufschritte

DatumDetails
01.09.2021Nichtabschreibung

Text siehe unter GR Nr. 2021/119 (Verknüpfte Geschäfte, Beilage zum Kommissionsantrag)

Beschlussnummer: 4308
03.09.2014Überweisung, Frist 24 Monate

2014/44

Postulat von Alecs Recher (AL), vertreten durch Eduard Guggenheim (AL) und 42 Mitunterzeichnenden vom 05.02.2014:

Anonyme Erfassung der Merkmale Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung in Befragungen, bei denen diese Merkmale mutmasslich von Relevanz sind


Text siehe Dokumente

Dokumente: 2014_0044 Protokollauszug Beschluss.pdf (77 KB) 2014_0044 Protokollauszug substanziell.pdf (92 KB)
Beschlussnummer: 317
12.03.2014Ablehnung, beantragt

2014/44

Postulat von Alecs Recher (AL) und 42 Mitunterzeichnenden vom 05.02.2014:

Anonyme Erfassung der Merkmale Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung in Befragungen, bei denen diese Merkmale mutmasslich von Relevanz sind


Gemäss schriftlicher Mitteilung ist die Stadtpräsidentin namens des Stadtrats bereit, das Postulat zur Prüfung entgegenzunehmen.

 

Roland Scheck (SVP) stellt namens der SVP-Fraktion den Ablehnungsantrag.

 

Damit ist das Geschäft vertagt.

 

Mitteilung an den Stadtrat

Beschlussnummer: 4783
05.03.2014Stadtrat, Entgegennahme
05.02.2014Eingang, Frist 3 Monate

2014/44

Postulat von Alecs Recher (AL) und 42 Mitunterzeichnenden vom 05.02.2014:

Anonyme Erfassung der Merkmale Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung in Befragungen, bei denen diese Merkmale mutmasslich von Relevanz sind


Von Alecs Recher (AL) und 42 Mitunterzeichnenden ist am 5. Februar 2014 folgendes Postulat eingereicht worden:

Der Stadtrat wird gebeten zu prüfen, in Befragungen, bei denen damit gerechnet werden kann, dass die Geschlechtsidentität oder/und die sexuelle Orientierung der Befragten von Relevanz ist, diese beiden Merkmale einfliessen zu lassen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Antwortenden ihre sexuelle Orientierung und ihre Geschlechtsidentität anonym, aber individuell korrekt angeben können.

 

Begründung:

Die Schüler_innen der 2. Sek werden regelmässig zu ihrer Gesundheit befragt; die neusten Resultate liegen vor. Solches Wissen bildet die Grundlage, um Faktoren, die sich negativ auswirken, sinnvoll begegnen zu können. Dies gilt besonders für speziell gefährdete Gruppen. Ohne diese Faktoren sind die Befragungen vertane Chancen.

Ausländische Studien zeigen, dass Transmenschen eine sehr hohe Suizidgefährdung aufweisen: etwa zwei Drittel hatten Suizidgedanken und etwa ein Drittel hat mindestens einen Selbstmordversuch begangen (vgl. z. B.: Franzen/Sauer, Benachteiligung von Trans*Personen, insbesondere im Arbeitsleben, 2010). Besonders suizidgefährdet sind Transmenschen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter. Für die Schweiz bestehen noch keine Studien zur Gesundheit von Transmenschen. Eine Fachperson des Bundesamtes für Gesundheit forderte daher vor kurzem, dass „die Variable „Transgender“ in die nächste Ausgabe der Schweizerischen Gesundheitsbefragung des Bundesamtes für Statistik integriert“ werden sollte. Dies, um „genauere Kenntnisse über die Gesundheit dieser Bevölkerungsgruppe zu gewinnen und ihre Bedürfnisse besser zu erfassen“ (spectra 101 2013, S. 3). Dass Homosexualität häufig ein für die psychische Gesundheit belastender Faktor ist, ist ebenso bekannt. Ganz allgemein schneiden Homosexuelle in (fast) allen Gesundheitsbereichen deutlich schlechter ab als die heterosexuelle Bevölkerung. Eine Analyse von Jen Wang et al. (Universität Zürich) zeigt, dass jeder Fünfte schwule Mann einen Suizidversuch begeht. Über die Gesundheit von Lesben in der Schweiz ist jedoch wenig bekannt. Ebenso über einen Zusammenhang zwischen der psychischen Gesundheit und anderen nicht-heterosexuellen sexuellen Orientierungen. Es ist aber davon auszugehen, dass gerade Bisexualität bei Jugendlichen ein Gefährdungsfaktor ist.

Die Stadt Zürich hat es in der Hand, mehr Wissen zu generieren, ob und in Kombination mit welchen anderen Faktoren die Geschlechtsidentität und die sexuelle Orientierung sich auf das Leben der Befragten auswirken. Auch z. B. über Diskriminierungserfahrungen, wie sie die Befragung der Sekschüler_innen bzgl. anderer Charakteristika bereits vornimmt, könnte wichtiges Wissen gewonnen werden. Dies ist grundlegendes Wissen, um die Lebenssituation der Betroffenen  zu verbessern − respektive vorzubeugen, dass sie nicht aus dem Leben scheiden. Wie der Stadtrat in seiner Antwort auf die Schriftliche Anfrage 2010/42 richtig aussagte, sind die gesundheitlichen „Risiken nicht direkte Folge der sexuellen Orientierung (…), sondern viel eher [das Resultat] aus dem soziokulturellen Kontext und Umgang damit“. Den Kontext und den Umgang zu verbessern, dazu gehört auch Sichtbarmachung in Studien.

 

Mitteilung an den Stadtrat

Dokumente: 2014_0044.pdf (379 KB)
Beschlussnummer: 4711

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